Die Ausbildung für den Segelflug gliedert sich in zwei wesentliche Bestandteile:
- die theoretische Ausbildung, deren erster Abschnitt im Verein, und zweiter Abschnitt
im Bezirksunterricht durch den Landesverband durchgeführt wird
- die praktische Ausbildung, die im Verein durchgeführt wird.
Diese beiden Ausbildungsteile lassen sich ziemlich genau der Flugsaison und der
Wintersaison zuordnen. Im Sommer wird "am Platz" geflogen, der Winter wird für die
Theorie genutzt.
Von Anfang an sitzt im vereinseigenen Doppelsitzer der spätere Flieger vorne, immer
seinen Fluglehrer hinter sich, der zu Beginn mehr, dann aber immer weniger fliegt, um
das Flugzeug mehr und mehr dem Schüler zu "überlassen". Mit dem sicheren Gefühl, den
Fluglehrer "im Nacken" zu haben lernt er das Flugzeug zu steuern, Gefühl für sein Verhalten
zu bekommen und selber an der Winde oder im Flugzeugschlepp zu starten und auch sicher zu
landen. Pauschal läßt sich nicht sagen wie viele Starts man braucht, um den ersten
Alleinflug durchführen zu können. Das Wichtigste ist dabei wohl, daß der Schüler lernt,
mit dem Flugzeug sicher umzugehen, denn Sicherheit muß immer vor dem Bestreben stehen,
mit möglichst wenigen Starts den ersten Alleinflug zu unternehmen. Aber, ob nach dem 50ten
oder nach dem 100ten Start, irgendwann kommt der Tag, an dem der Fluglehrer sagt, daß es
an der Zeit sei, "den hinteren Fallschirm auszubauen". Von dem Moment an wird "alleine"
geschult, denn geflogen wird "mit dem Hintern". Und das Gefühl für Thermik und für das
Flugzeug kommt nicht mit irgendeiner Prüfung, sondern muß sich erflogen werden.
Im Winter wird dann der theoretische Hintergrund geliefert, denn ganz ohne geht es nicht.
Kenntnisse über die Technik der Flugzeuge, Luftrecht, Meteorologie, Navigation und
Gefahrensituationen müssen erlernt werden, damit der zukünftige Pilot sich als
gleichberechtigter Teilnehmer in der Luft bewegen kann.
Ziel der ganzen Ausbildung ist - um die Angelegenheit in verständlichem Beamtendeutsch
auszudrücken - die PPL-C, die Privat-Piloten-Lizenz, Beiblatt C. Manch einer sagt dazu
auch Flugzeug-Führerschein, Pilotenschein o.ä.
Die Ausbildung dauert circa 2-3 Jahre, je nachdem wieviel Zeit der Schüler investiert.
Darin gibt es immer wieder vereinsinterne Prüfungen, die letztlich Voraussetzung sind,
um am Lehrgang für den PPL-C teilnehmen zu können. Hier wird noch einmal alles theoretisch
gelehrt und geprüft.
Ja, und dann hat man den "Pilotenschein" und sieht, daß die Ausbildung zum guten
Segelflieger nie zu Ende geht, weil es immer Neues gibt, immer wieder Herausforderungen,
an die man sich, inzwischen mit dem nötigen Handwerkszeug ausgerüstet, mit
"seinem Hintern" rantasten muß.
Ach ja, anfangen kann man mit 14 Jahren, der Luftfahrerschein wird frühestens mit 17
Jahren erteilt, aber wir haben auch schon ältere Anfänger gehabt, wobei man sagen muß,
daß das Alter eigentlich eine untergeordnete Rolle spielt. Das Entscheidende ist die
Auffassungsgabe und Ausdauer die der Flugschüler mitbringt. Grundsätzlich bringen
unsere ehrenamtlichen Fluglehrer dem Jugendlichen, genauso wie dem Mittvierziger
oder Rentner, die "Segelfliege-Kunst" von grundauf bei.
(AP/RI, 2000)
|
Frank Niesen : |
0201 - 8 75 48 87 |
|
Gerd Pust : |
0201 - 8 41 97 39 |